Konservierungs- und Restaurierungsbericht Feuerpferde

Restaurierung vom: 01.09.2024 
Ort: Rüeggisingerstrasse 22, 6021 Emmenbrücke 
Durchgeführt von: Kunstgiesserei St.Gallen AG 

www.kunstgiesserei.ch

Dokument erstellt von: Marius Goihl am 19.11.2024
Restaurierungsteam: Marius Goihl, Mia Flintenborg Borggaard

Bestandsbeschreibung des Kunstwerks

Künstler Max Weiss 
Titel Feuerpferde 
Entstehungsjahr 1973 
Signatur MW 
Auftraggeber:in Isolde Bühlmann 
Auftragnehmer:in Kunstgiesserei St.Gallen AG 
Material Bronze 
Produktionsart Bronzeguss 
Dimensionen (H×B×L) 305×300×485cm 


Werkbeschreibung

Das Werk ist eine monumentale Bronzeplastik, die auf abstrahierte Weise zwei nebeneinander stehende Pferde darstellt. Die Skulptur besteht aus mehreren zusammenhängenden, geometrischen Formen sowie zahlreichen fliessenden Rundungen. Diese Kombination verleiht dem Werk eine ausgewogene Dynamik. Die dunkelgrüne Patina verleiht der Skulptur eine natürliche und lebendige Ausstrahlung, die den Charakter des Materials unterstreicht

Zustandsbeschreibung des Kunstwerks

Durch die lange Bewitterung sind im Laufe der Zeit verschiedene Veränderungen an der Patina des Kunstwerks aufgetreten. Diese natürlichen Alterungsprozesse äussern sich insbesondere in der Bildung von hellen Ablagerungen, bei denen es sich vermutlich um Kalkrückstände handelt (siehe Abbildung 1-4). Neben diesen Ablagerungen haben sich über die Jahre auch Schmutzpartikel auf der Oberfläche abgesetzt, was zu einer allgemeinen Verschmutzung geführt hat (siehe Abbildung 1-6). Auffällig sind zudem helle Wasserläufe, die sich an mehreren Stellen des Kunstwerks gebildet haben (siehe Abbildung 4-7). In und um die Poren im Guss haben sich ausserdem Korrosionsprodukte und Rückstände des Kernmaterials angesammelt (siehe Abbildung 5). 

Konservierungs- und Restaurierungskonzept

Im Rahmen des Restaurierungskonzepts sind folgende Massnahmen vorgesehen

Zunächst soll das Werk mit Neutralseife und weichen Bürsten gereinigt werden, um oberflächlichen Schmutz, Staub und Verunreinigungen schonend zu entfernen. Der Einsatz von Neutralseife ist hierbei essenziell, um die empfindliche Bronzeoberfläche zu schonen und sicherzustellen, dass keine chemischen Rückstände verbleiben, die die Patina beeinträchtigen könnten. Im Anschluss daran erfolgt eine Reinigung der gesamten Bronze mittels Hochdruckreiniger, wobei bewusst auf den Einsatz zusätzlicher Reinigungszusätze verzichtet wird. Diese Massnahme dient der Entfernung hartnäckiger Rückstände und Ablagerungen, die durch die vorherige Reinigung nicht vollständig beseitigt werden konnten.

Nach der Hochdruckreinigung werden verbliebene Ausblühungen und hartnäckige Ablagerungen präzise und behutsam mit einem Skalpell entfernt. Diese manuelle Vorgehensweise gewährleistet, dass die Oberfläche der Bronze nicht beeinträchtigt wird und die bestehende Patina erhalten bleibt. Zur Harmonisierung unregelmässiger oder stark abgewitterter Stellen wird eine partielle Patinierung durchgeführt. Hierfür wird die Bronze in den betroffenen Bereichen mit einer Gasflamme behutsam erwärmt. Im Anschluss wird Kupfernitrat aufgetragen, um die Patina anzugleichen. Abschliessend wird die Bronze nochmals erwärmt, um die Oberfläche für die Applikation von mikrokristallinem Wachs vorzubereiten.

Das Wachs wird gleichmäßig mit weichen Bürsten und Pinseln aufgetragen, um eine schützende Schicht zu bilden, die das Kunstwerk vor Umwelteinflüssen schützt. Nach dem Abkühlen wird die Wachsoberfläche mit einer weichen Bürste leicht nachbearbeitet, um ein mattes und gleichmäßiges Erscheinungsbild zu erzielen. Diese Nachbearbeitung dient nicht nur dem Schutz, sondern auch einer ansprechende Ästhetik. Mit diesem umfassenden Restaurierungskonzept wird eine schonende und nachhaltige Behandlung der Bronze-Skulptur gewährleistet, wobei sowohl die historische Integrität als auch die ästhetische Qualität des Werkes bewahrt werden.

Konservierungs- und Restaurierungsmassnahmen

Massnahmen

Gemäß dem Restaurierungskonzept wurde das Werk zunächst mit Neutralseife und weichen Bürsten gereinigt, um Schmutz und Staub schonend zu entfernen. Anschliessend wurden hartnäckigere Rückstände mit einem Hochdruckreiniger beseitigt (siehe Abbildung 9). Verbleibende Ablagerungen wurden mit einem Skalpell entfernt (siehe Abbildung 11). Stark abgewitterte Stellen wurden partiell patiniert (siehe Abbildung 9). Dazu wurde die Bronze an den entsprechenden Stellen erwärmt und mit Kupfernitrat behandelt. Zum Abschluss wurde die Bronze erneut erwärmt und mit mikrokristallinem Wachs konserviert. Abschliessend wurde das Wach mit einer wichen Bürste nachträglich so bearbeitet, dass eine gleichmässige, matte Oberfläche entsteht (siehe Abbildung 12) . 

Nachzustand

Durch die beschriebenen Massnahmen konnten Verunreinigungen und Ablagerungen schonend entfernt werden, sodass sich nun keine Verschmutzungen mehr auf der Oberfläche befinden, die die Skulptur weiter beeinträchtigen. Verfärbte und stark veränderte Bereiche der Patina konnten durch partielles nachpatinieren wieder angeglichen werden, sodass die Oberfläche wieder gleichmässig und sauber erscheint. Durch die abschliessende Konservierung mit Wachs ist die Oberfläche vor Veränderungen durch Umwelteinflüsse geschützt und erscheint gleichmässig und homogen (siehe Abbildung 13-16).