«Leda» die Schwanengöttin
Text: Karl Bühlmann & div. Quellen
Bericht arrangiert: Martin Portmann
Der Mythos der Liebe zwischen Leda und dem Schwan wurde in der Literatur, der Malerei wie auch der Bildhauerei oft rezipiert.
Max Weiss liebte, formte und verdichtete das Archaische, das monumentale. Der Körper und Gliedmassen menschlicher oder tierischer Motive wertete er um zu Symbiosen von Volumen. Als Konzentrationen von Kraft oder auch Aggression, als Ballungen und Gewächse von Hebungen und Senkungen, von geschwungenen oder andeutungsweise geometrischen Akzenten, als verhüllte Energiebündel.
Die griechische Sage
Leda war die Tochter des Königs Thestios und seiner Gemahlin Eurythemis aus Ätolien, im heutigen Griechenland. Zeus, der viele Affären mit Göttern und Menschen hatte, entdeckte sie und verfiel ihrem Charme. Er verwandelte sich in einen Schwan, damit seine Frau Hera seinen Seitensprung nicht bemerkte, und verführte die schöne Königstochter, worauf sie schwanger wurde. In der folgenden Nacht aber verkehrte sie auch mit ihrem Ehemann Tyndareos. Ab hier gibt es unterschiedliche Auslegungen des Mythos. Eine besagt, dass sie daraufhin ein Ei legte, aus dem Helena schlüpfte. Zudem gebar sie drei Kinder, nämlich Klytaimnestra und die Zwillinge Kastor und Pollux. Kastor und Pollux, zumindest einer der beiden, waren Nachfahren des Zeus und somit Halbgötter.
Klytaimnestra und je nach Übersetzung auch Helena oder einer der beiden Zwillinge stammten nur von zwei Menschen ab, und waren somit sterblich. Helena und Klytaimnestra heirateten die beiden Brüder Menelaos und Agamemnon. Nachdem Menelaos' Frau Helena von Paris geraubt und nach Troja entführt wurde, zog Agamemnon in den Krieg, um sie zurückzuholen. Damit begann der Trojanische Krieg.
Die Engel im Tierreich
Schwäne gelten in vielen Kulturen als besonders Tiere. Oft stehen sie für Unschuld, Reinheit, Anmut, Liebe und Schönheit. Sie wirken hoheitsvoll, wenn sie über das Wasser gleiten und inspirieren mit ihrer Grazie. Auch Leda schien dieses würdevolle Wesen gehabt zu haben, was offenbar auch Zeus ganz besonders gefiel.
Als strahlend weiße geflügelte Wesen, deren Element sowohl das Wasser wie Luft und Himmel ist, stehen sie auch für die Kraft des Lichtes. Sie werden daher auch als die Engel im Tierreich bezeichnet. Die meisten Engel werden auf Bildern und Skulpturen auch mit Schwanenflügel dargestellt.
Leda und auch andere mythologische Schwanengestalten verleihen die Fähigkeit, Zukünftiges vorauszusehen. Von diesem Ahnungsvermögen kommt auch die Redewendung „mir schwant etwas“.
Das Motiv der Leda wurde und wird immer noch gerne in der Kunst aufgegriffen. Besonders mittelalterliche Künstler wurden von der Geschichte um Leda und den Schwan sehr inspiriert, erlaubte dies ihnen doch, ein erotisches Thema darzustellen, ohne ein männliches menschliches Wesen miteinzubeziehen.
Der Name Leda bzw. Lada ist das kretische Wort für «Frau»; die Sprachwurzel findet sich noch heute im englischen Wort «Lady» wieder.