Über sich selbst
1921 in Emmenbrücke geboren. Väterlicherseits elsässischer Herkunft, mütterlicherseits bernischer. Schulen in Emmenbrücke und Luzern. Nach angepeilten Versuchen (Landwirtschaftliche Schule und ähnliches) schliesslich an der Kunstgewerbeschule Luzern gelandet. Menschlich eher kontaktscheu, lief ich die ganze freie Zeit, Tag und Nacht, in Wäldern und Bergen der nähern und weitern Umgebung herum, beobachtete Tiere und besass und pflegte immer eine Menge davon. Dann kamen die Pferde. Beim unvergesslichen Hauptmann Hans Hofer, Reitlehrer in Luzern (der fand, ich hätte Pferdebegabung), gab sich die Möglichkeit, mit Stalldienst Reitstunden zu verdienen. So zieht es mich auch heute noch in Länder, weite Räume, wo das Pferd noch eine gewisse Selbstverständlichkeit hat. Auf diese Weise verbrachte ich meine Jugend zwischen Steinbildhauerlehre und Pferden.
Die übliche lange Aktivdienstzeit, Unfall und längerer Kuraufenthalt. Zurückgekommen, war Luzern gesundheitlich unmöglich geworden. So zogen wir nach unserer Heirat ins Tessin. Seit 1945 leben wir in Tremona. Die grosse Landschaft - wir befinden uns hier in den in die Lombardei auslaufenden weiten Hügelzügen - fesselte uns von Anfang an.
Es kamen die langen Jahre des Nichts. Kein Geld. Meine Frau arbeitete Tag und Nacht als Journalistin. So ist sie mein grösster Mäzen geblieben. Drei Kinder. Und Katzen und Hunde, zu denen später Kampfhähne, Tauben, Eulen und ein Falke kamen. Wir waren ein Clan geworden.
Nach langen Jahren voll Arbeit und Einsamkeit kamen die ersten Kontakte. 1954, 1955, 1956 Eidgenössisches Stipendium und 1956 Stipendium der Kiefer-Hablitzel-Stiftung. Ausgedehnte Reisen: nach England, Irland, Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland, Holland, Belgien. Die in der Zwischenzeit in Mendrisio entstandenen Bronzegiessereien liessen mich hier bleiben und ein Atelier bauen. Über die Giessereien ergaben sich Kontakte mit ausländischen Bildhauern, die für mich in jeder Hinsicht positiv waren und sind.
Die erste Plastik, die mich einigermassen befriedigte, ist die Barbarische Venus 1955. Zum Bildhauer wurde ich durch das Erlebnis Tessin-Italien. Eine Ahnung davon, was ich wollte, bekam ich in Irland. Auf mich selbst geworfen wurde ich in Spanien durch meine Ausstellungen in Madrid und Barcelona.
Endlich konnte ich arbeiten.